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Evangelisch-Lutherische

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Gemeindebrief

Heft 1/2011
Dez. - Jan. -Feb. Evangelisch- Lutherische Kirchengemeinde Pullach

Interview mit Vertrauensmann Konrad Petersen




KB:
Herr Petersen, als wir 2001 nach Pullach kamen, waren Sie bereits Mitglied des Kirchen-vorstandes und stellvertretender Vertrauensmann. Wie lange  sind Sie eigentlich Mitglied der Jakobuskirche in Pullach?

KP: Ich bin seit 1994 im Kirchenvorstand.

KB: Im neugewählten Kirchenvorstand sind Sie nun mit dem Amt des Vertrauensmannes betraut worden. Was verlangt dieses Amt von Ihnen?

KP: Als Ansprechpartner habe ich die Aufgabe Anregungen und Probleme aller Gruppen und Gemeindeglieder aufzunehmen und nach Möglichkeit einer Lösung zuzuführen. Zusammen mit dem Pfarrer wird die Tagesordnung der Kirchen- vorstandssitzung erstellt und diese entsprechend vorbereitet.

KB: Der Kirchenvorstand hat eine leitende Funktion. Können Sie einige Schwerpunkte dieser Arbeit nennen?

KP: Der Kirchenvorstand ist das Parlament der Gemeinde. Er muss sich um die Finanzen, den Erhalt der Gebäude, das Personal und das gemeindliche Leben kümmern. Das geht natürlich nur in guter Zusammenarbeit mit dem Pfarrer und den übergemeindlichen Stellen.

KB: Als Christ erleben Sie die gesellschaftlichen Entwicklungen in Pullach und in Deutschland. Hat die evangelische Kirche Zukunft?

KP: In Pullach leben wir diesbezüglich fast auf einer Insel der Seeligen: Die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche hat sich sehr gut entwickelt, nicht zuletzt, weil diese während des Umbaus ihres Gemeindezentrums unsere Gemeinderäume nutzen kann. Auch mit der politischen Gemeinde bestehen gute Beziehungen. Unsere Diakoniestation steht wieder auf guten Füßen und arbeitet gut mit den anderen sozialen Einrichtungen zusammen.

Aber darüber hinaus macht mir das mit der Globalisierung um sich greifende „Shareholder Value Denken“ große Sorgen. Die Arbeitskraft wird immer mehr zur Ware, die beliebig hin und her geschoben werden kann. Darunter leiden die menschlichen Beziehungen, es gibt immer weniger intakte Familien und dadurch auch weniger Kinder. Auch der Gedankenlose Umgang mit der Umwelt ist darin begründet. Hier werden auf die Kirchen (nicht nur die evangelische) noch große Probleme (Rückgang der Mitgliederzahlen und der Kirchensteuereinnahmen) als auch große Aufgabe (Gewissen der Nation, soziales Auffangbecken) zu kommen.

KB: Herr Petersen, gibt es für Sie eine Lieblingsbibelstelle, die Ihnen viel bedeutet? Warum?

KP: Ich befasse mich seit längerem mit der Frage ob die Rechtfertigungslehre (allein durch Glauben, allein aus Gnade (Röm.3)) der richtige Weg zur Seeligkeit ist. An unserer Orgel steht: „Seid aber Täter des Worts und nicht nur Hörer allein“(Jak. 1,22). So gibt es in den Evangelien viele Geschichten, die den Einsatz des Menschen fordern (Matth.19,16-26; Luk.19,11-26; Matth.25,31- 46), aber auch andere, wo Gott aus Gnade handelt (Math. 20, 1-16; Luk. 15,11-32).

KB: Im Namen des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeinde danke ich Ihnen und Ihrer Familie für das Gespräch und Ihr großes Engagement für unsere Kirche