Bericht von den Einkehrtagen des Kirchenvorstandes in Riederau
Die Sitzungen des Kirchenvorstandes dauern in der Regel 3 Stunden und in
dieser Zeit wird eine Tagesordnung von 8 bis 10 Punkten „abgearbeitet“. Zu
wenig Zeit also, um einzelne Themen detailliert zu besprechen, zu wenig
Gelegenheit, sich persönlich auszutauschen. Diese Gelegenheit aber sollten die
Mitglieder eines Gremiums haben, dass über einen Zeit-raum von sechs Jahren
Entscheidungen für Mitmenschen trifft, dass Hab und Gut einer
Kirchengemeinde verwaltet, dass sich dem Miteinander und Füreinander der
Gemeindemitglieder verpflichtet fühlt.
Deshalb nutzte die Mehrheit des im Herbst des vergangenen Jahres neu
gewählten Kirchen-vorstandes und einige Angehörige die Möglichkeit zu einem
gemeinsamen Wochenende in den „Ammerseehäusern“ der Hensoltshöhe in
Riederau am Ammersee.
Auch hier mit Tagesordnung, perfekt vorbereitet von dem Team Pfarrer Bordon
und den Herren Prof. Breit, Dr. Braunewell und Petersen. Thema: Das
Impulspapier der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) „Kirche der Freiheit“
als Grundlage für die Arbeit der kommenden sechs Jahre.
Die demographische Erhebung zeigt kein sehr erfreuliches Bild: Demnach wird
bis 2030 die Mitgliederzahl der EKD von 26 auf 17 Millionen Mitglieder sinken
und damit auch die Kirchensteuereinnahmen.
Andererseits gibt es in der Bevölkerung wieder mehr Interesse an religiösen
Themen, die Zahl der Ehrenamtlichen steigt, religiöse Erziehung ist für viele
Eltern wieder wichtig.
Daraus ergeben sich für die evangelische Kirche im Allgemeinen und für die
Jakobuskirche im Besonderen folgende Perspektiven:
Die geistliche Profilierung muss undeutliche Aktivität ablösen, kirchliches
Denken und Handeln muss mit deutlichen Zeichen versehen und in beweglicher
Form vollzogen werden. Gottes frohe Botschaft kann und soll auf ganz
unterschiedliche Weise und, damit sie möglichst viele Menschen anspricht, in
zeitgemäßer Form verbreitet werden.
Ausgehend von der Heimat und Identität bietenden Ortskirche darf dabei die
Außenorientierung nicht vernachlässigt werden, Begegnungsorte müssen
geschaffen und das Angebot für die unterschiedlichen Alters- und
Interessensgruppen muss gewährleistet werden.
Das erfordert Leistungsbereitschaft und Qualitätsbewusstsein bei allen, die in
und für die Kirche arbeiten, ob haupt- oder ehrenamtlich. Bis 2030 soll deren
Verhältnis 50 : 50 sein.
Weitere Ziele des Impulspapieres sind die Verbesserung der Bildungsarbeit und
der Ausbau des evangelischen Profils in der Kinder-, Schul- und
Konfirmandenarbeit.
Die Diakoniearbeit steht in Partnerschaft mit den Kirchengemeinden und
spezifische Themen (wie heuer das Paul Gerhard Jahr) steigern die
Erkennbarkeit der evangelischen Kirche.
Die sinkenden Kirchensteuereinnahmen müssen durch Spenden und
Fördervereine kompensiert werden und sowohl organisatorisch als auch
inhaltlich sollen die Landeskirchen besser zusammenarbeiten.
Auf diesen Vorgaben basierend hat sich unser Kirchenvorstand für die
kommenden sechs Jahre folgende Ziele gesetzt:
Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird intensiviert und durch neue
Angebote noch jugendgerechter gestaltet. Durch neue Angebote wollen wir
auch die Gruppe der 30-50-jährigen Gemeindemitglieder an der Kirche
interessieren. Das fundierte Wissen und die Einsatzbereitschaft von
Jungpensionären soll genutzt und das Angebot für Senioren erweitert werden.
Musik der unterschiedlichsten Art wird als Bindeglied gefördert und im Rahmen
eines Jahresempfangs (jeweils um den 19. September, dem Namenstag unserer
Kirche) wird der Einsatz der Ehrenamtlichen öffentlich gewürdigt und jedes Jahr
eine andere Gruppe aus dem Kirchenleben der Jakobuskirche besonders
begrüßt. Kurzum, unsere Kirche will weit über den nach wie vor im Mittelpunkt
stehenden sonntäglichen Gottesdienst künftig verstärkt mit den
unterschiedlichsten Angeboten für alle Mitglieder offen sein. Seien Sie
neugierig, machen Sie mit, wir brauchen Sie!
|