Zu jeder dieser Aufgaben stellt Pfarrer Douglas 8 Thesen zur Debatte.
Anhand der Thesen zur 1. und 4. Hauptaufgabe versuchte der Kirchenvorstand die Situation in
unserer Gemeinde zu durchleuchten und neue Wege und Ziele zu suchen:
Dass Gott und die Gnade Gottes, die er uns durch Jesus Christus erzeigt hat, bei unseren
Gottesdiensten immer im Mittelpunkt stehen, ist selbstverständlich. Ob aber die Art der
Verkündigung bei uns in einer zeitgemäßen Form erfolgt, wurde diskutiert. Es ist schwierig die
Gottesdienste so zu gestalten, dass alle Gemeindeglieder gleichermaßen angesprochen
werden. Einige Punkte könnten verbessert werden, siehe unten.
Auch die Frage „was kann die evangelische Kirche noch tolerieren“ wurde diskutiert. Wie würden
wir reagieren, wenn z.B. ein aus der Kirche Ausgetretener kirchlich bestattet werden soll oder
ein gleichgeschlechtliches Paar sich segnen lassen will. Hier herrschte die Meinung vor, dass
es immer auf den Einzelfall ankommt. Wir waren in Übereinstimmung mit dem Autor, dass „die
Identität der evangelischen Kirche in ihrer Mitte entsteht und nicht an den Rändern“.
Durch Luthers Lehre vom allgemeinen Priestertum der Gläubigen unterscheidet sich die
evangelische Kirche deutlich von der katholischen (hierarchischen) Priesterkirche.
Der evangelische Pfarrer ist nicht der Heilsvermittler sondern der Anleiter der Gemeinde. Jedes
Kirchenmitglied kann und soll bei der Verkündigung des Wortes Gottes mitwirken.
In Teilbereichen funktioniert das bei uns schon, wie z.B. beim Kindergottesdienst, dem
Weltgebetstag und dem (seltenen) halten eines Lesegottesdienstes durch eine(n)
Kirchenvorsteher(in). Dies könnte in Zukunft etwas erweitert werden, wenn es uns gelingt ein
Team für (regelmäßige) Taizé Gottesdienste zu gründen.
Oftmals wird aber von den Kirchenmitgliedern erwartet, dass der Pfarrer die Kirche selbst
repräsentiert. Hier muss noch viel Aufklärungsarbeit betrieben werden. Selbst bei uns im
Kirchenvorstand muss meist der Pfarrer die Andacht halten.
Der Autor des Buches möchte, dass der Arbeit der „Laien“ einen höheren Stellenwert
beigemessen wird. Jedes Mitglied der Gemeinde sollte die Bibel lesen und für sich auslegen
können und, nach seinen Fähigkeiten, in der Gemeinde mitarbeiten (vom Kuchen backen fürs
Gemeindefest bis zum Gestalten von Gottesdiensten).
„Kein einzelner Mensch kann all die Gaben in sich vereinigen, die benötigt werden, damit eine
Gemeinde auch nur annähernd mit dem versorgt wird, was sie braucht. Selbst ein
multitalentierter Superpfarrer vermag in 80 Stunden pro Woche nicht einmal ansatzweise das zu
leisten, was 50 oder gar 100 normal begabte Gemeindeglieder in 2-3 Wochenstunden
einzubringen in der Lage sind, vor allem, wenn sie ihren Gaben und Stärken gemäß
mitarbeiten“.
Unsere Gemeinde hat -Gott sei Dank- eine große Zahl von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Aber es
hat sich bisher niemand Gedanken darüber gemacht, ob diese gerade die Arbeit machen die sie
machen wollen oder wie wir ihre Interessen fördern können. Es wird unsere Zukunftsaufgabe
sein, die Gaben und Fähigkeiten unserer Gemeindeglieder zu entdecken und zum Einsatz zu
bringen.
Als konkrete Maßnahmen wurden beschlossen:
Bei den Lesungen sollen, wenn es zur Verdeutlichung des Textes dient, auch andere
(modernere) Übersetzungen verlesen werden.
Einzelne (besonders angekündigte) Gottesdienste sollen auf die Jugendlichen ausgerichtet
(wenn möglich mit ihnen zusammen erarbeitet) werden.
Der Kirchenraum soll (während der Bürozeiten) geöffnet werden; ein Flyer soll auf die
Geschichte unserer Kirche und auf ihre Besonderheiten aufmerksam machen.
Der Geburtstags- Besuchsdienst soll nicht mehr nur vom Pfarrer sondern auch von anderen
Gemeindemitgliedern gemacht werden und auf „jüngere“ Jubiläen ausgedehnt werden.
Aufgaben in unserer Gemeinde (vom Besuchsdienst bis zum Webmaster für unsere Homepage)
sollen besser bekantgemacht werden (Gemeindebrief, Homepage) damit sich Gemeindeglieder
angesprochen fühlen und sich ehrenamtlich engagieren können.
12.3.05, Konrad Petersen
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