Dr. habil. Hermann Geyer: „Nikolaikirche, montags um fünf – Das Leipziger Friedensgebet und die Friedliche Revolution 1989“

Mauerfall
Bildrechte: Pixabay // Ildigo

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

30 Jahre Friedliche Revolution in der DDR- unser Herbstprogramm lädt Sie mit einem Vortrag aus der neueren deutschen Zeitgeschichte zum Erinnern und Nachdenken ein. Seien Sie herzlich willkommen im Pfarrsaal Heilig Geist, Pullach, Parkstr. 13, am Dienstag, den1. Oktober, um 20 Uhr.

9. Oktober 1989: Vom Friedensgebet in der Nikolaikirche ausgehend macht sich eine riesige Menge von Demonstranten schweigend auf den Weg durch die Innenstadt. Einer schwer bewaffneten und zum Äußersten entschlossenen Staats-Gewalt treten 70 000 Menschen so todesmutig wie friedfertig mit Kerzen in der Hand entgegen. Symbolisch schließen sie den „Leipziger Ring“ um die Altstadt – der verfügte Schießbefehl fällt aus, Militär und Volkspolizei weichen zurück. Der dringende Appell: „Keine Gewalt!“ und der Geist der Bergpredigt haben sich der geballten physischen Macht als überlegen erwie­sen. Der Anfang vom Ende der SED-Herrschaft und in Folge der DDR zeichnen sich ab ...Hermann Geyer hat sich intensiv mit Geschichte und Bedeutung der Friedensgebete in St. Nikolai /Leipzig beschäftigt und bringt uns diese Zeit grundstürzender Umbrüche nah. Die ‚zufällige‘ Entstehung und z. T. hoch dramatische Entwicklung der Friedens­ge­bete bieten überraschende Perspektiven darauf, warum in der zwangs­weise ent­kirch­lichten DDR ausgerechnet ein Gottesdienst zum Leitmedium der Revolu­­tion avancierte.

Hermann Geyer, evang. Theologe und Historiker, ist ein Grenzgänger zwischen kirch­licher Praxis und Wissenschaft. Er arbeitete als  Pfarrer in verschiedenen Gemeinden und als Wissenschaftler an der theologischen Augustana-Hochschule Neuendettelsau sowie der Universität Leipzig. 2001 publizierte er eine Studie: „Verborgene Weisheit“ zu dem lutherischen Theologen, Mystiker und Theosophen Johann Arndt (3 Bände: de Gruyter, Berlin/New York). 2007 erschien sein Buch zum Leipziger Friedensgebet: „Nikolaikirche, montags um fünf“ (Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt).